Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln

Beine hoch !

Beine hoch! - ein Training für den Eselrücken

Immer wieder sehen wir Esel mit einem schrecklichen Senkrücken.
Die Ursachen sind vielfälltig,
doch häufige Gründe sind:

- zu jung belastet

- zu schwer getragen, z.B. durch Reiten oder Gepäck

- zu häufig und / oder zu kurz nacheinander gefohlt

- Übergewicht

- Gebäudefehler

 

Problematisch ist der Senkrücken da er als gesundheitliche Belastung anzusehen ist und als solche Schmerzen verursachen kann.

 

Es gibt jedoch ein einfaches Mittel mit dem die Rückenmuskulatur herrvoragend gestärkt werden kann: das Spiel "Beine Hoch!"

 

Dies sollte nicht erst bei gesundheitlichen Problemen mit dem Senkrücken in der Eselhaltung Einzug nehmen, sondern ruhig frühzeitig in den Alltag integriert werden.
Jeder Esel kann die Beine heben (und in der freien Natur muss er das auch) damit ist also kein Esel gestraft oder überfordert.

 

Der Vorteil im "Beine Hoch!-Spiel" ist:

- Stärkung der Rückenmuskulatur (dadurch auch mehr Leistungsmöglichkeit beim tragen von Gepäck

- Verbesserung der Beinkoordination

- Kopfarbeit durch das eigenständige Bewältigen eines Hindernisses (gerade für junge und unerfahrene Esel ein echtes Problem)

 

Ich empfehle hierfür den Aufbau eines kleinen, natürlichen Hindernisses aus Holzstangen die gut sichtbar sind. Die Stangen sollten min. 8cm Durchmesser haben und je nach Größe / Gesundheitszustand der Esel in einer Höhe von 20 - 50 cm einen Weg oder Durchgang versperren, den die Esel möglichst mehrfach täglich nutzen.

 

Wir bauen diese "Barrikade" gerne aus abgeknabberten Stämmen und ändern die Ansprüche an das Heben der Beine durch gelegentliches umlegen der Stämme.

Unsere Koppel ist aufgeteilt in 2 Teile:
den Vorderen mit Unterstand der ganzjährig benutzt wird

und der größere, hintere Bereich der bei bedarf / schlechtem Wetter geschlossen werden kann.
Zwischen diesen beiden Bereichen gibt es 2 Durchgänge die immer beide geöffent sind und nach Lust und Laune mit unterschiedlichen Hindernissen ausgestattet werden.
So zum Beispiel hier mit den Stangen für das "Beine hoch Spiel"
(im 2. Durchgang liegt dann z.B. die Wassergrabenplane)


Das erstaunliche dabei ist die unterschiedliche Einschätzung der Esel: ist nur ein Hinderniss zugänglich und der 2. Durchgang geschlossen, kann dies ein echtes Problem für die Esel darstellen und sie haben keine / nur sehr wenig motivation sich mit diesem Hinderniss auseinander zu setzen.
Sind in beiden Durchgängen unterschiedliche Hindernisse, wählt jeder Esel für sich was das "geringere Problem" ist.

Als wir die Kombi "Wassergraben" oder "Beine hoch!" aufgebaut hatten war beides für unsere Esel neu und das erste mal auf der Koppel. 6 von 7 Esel finden am ersten Tag den Wassergraben als "das kleinere Übel"!

 

Inspiriert zu dieser "kleinen" Alltagsherausforderung (und damit zu vielen weiteren Ideeen) für unsere Esel hat mich ein Eselmensch aus Frankreich mit dem ich mal Kontakt hatte.
Er betreibt eine Notauffangstation für Poitou und nahm eine über 20jährige Eselstute mit einem schrecklichen Senkrücken auf.

Seine Weide ist für Esel ein Traum: sie liegt am Hang, unten im Tal gibt es das Wasser und oben am höchsten Punkt wird Heu gefüttert. Dazu hat er rund um die Wasserstelle Baumstämme mit etwa 30cm Höhe liegen.

Nach gut einem Jahr war der Senkrücken der alten Poitou-Eseldame fasst verschwunden!!!! .... und das nur durch eine durchdachte Eselhaltung mit einfachen Hilfsmitteln!

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