Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln

Der Equidenpass

Immer noch werden Esel ohne Equidenpass zum Verkauf im Internet angeboten. Meisst sind dies relativ Preisgünstige "Angebote" und der Verkäufer hat 1000 Ausreden warum der angebotene Esel keinen Equidenpass und keinen Chip hat.


Das Problem ist jedoch, das seit beginn des Jahrtausends es eine EU-Weite Verordnung gibt, die einen Euuidenpass für ALLE Equiden fordert und seit 2009 dann auch eine Kennzeichnungspflicht (Chip Transponder) für Equiden gibt. Ende 2015 kam dann eine Durchführungsverordnung hinzu die seit 1.1.2016 gültig ist.

 

Ziel ist eine eindeutige Identifikation der Pferde und Ponys, insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Pferd und Esel in der EU auch Lebensmittellieferant ist. In Deutschland wird dies durch die Viehverkehrsordnung gesetzlich geregelt.


 

Der Equidenpass und der Chip ist auch für Esel PFLICHT!
Das bedeutet,
dass Du NIEMALS einen Esel übernehmen darfst wenn dieser KEINEN Pass und keinen Chip hat!

 

 

Alle ab dem 01.07.2009 geborenen Equiden (Esel, Pferde, Zebras und deren Kreuzungen) müssen mit einem amtlich ausgegebenen Transponder gekennzeichnet werden und es ist ein Equidenpass auszustellen.
 

Alle vor dem 01.07.2009 geborenen Equiden müssen ebenfalls auf diese Weise gekennzeichnet werden, wenn für diese noch kein Equidenpass ausgestellt wurde.
 

Vor dem 01.07.2009 geborene Equiden, für die bereits ein gültiger Equidenpass ausgestellt wurde, sind korrekt identifiziert im Sinne der EU-Verordnung und müssen nachträglich keinen Transponder erhalten.
 

Spätestens am 31. Dezember des Geburtsjahres oder ein halbes Jahr nach der Geburt, je nachdem, welche Frist später abläuft muss jedes Eselfohlen mit einem Transponder gekennzeichnet sein und ein Equidenpass vorhanden sein.

Wenn ein Eselfohlen z.B. im März geboren wird, muss es bis spätestens zum 31. Dezember des Geburtsjahres gekennzeichnet sein. Ein Eselfohlen, das erst im September geboren wird, muss bis spätestens zum März des Folgejahres gekennzeichnet sein (6-Monats-Frist).
 

  • Kein Verkäufer darf ein Esel ohne Equidenpass in den Verkehr bringen. Einsteller sind verpflichtet, Esel ohne Pass nicht einzustellen. Dies gilt auch für Esel aus Drittländern.
  • Der Eselkäufer darf einen Esel nur übernehmen, wenn er diesen mit Equidenpass übernimmt!
  • Der Equidenpass ist immer! mitzuführen.
  • Jeder Eigentumswechsel ist der Behörde die den Pass ausgestellt hat unverzüglich mitzuteilen!!!
  • der Tot eines Equiden ist binnen 30 Tagen zu melden!

 

Alle Infos darüber findest du auch auf der Seite vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Neuer Pferdepass seit November 2016

Seit dem 1. November 2016 gibt es bundesweit einen neuen Pferdepass. Betroffen davon sind jedoch nur Esel, die noch keinen oder keinen gültigen Pass besitzen.
Die neuen Pässe sollen nun eine erhöhte Fälschungssicherheit bieten.

Geändert hat sich insbesondere die Reihenfolge der einzelnen Abschnitte. Künftig sind die vorderen Seiten bis einschließlich Abschnitt V (Abstammungsnachweis) mit einer Seriennummer (Unique Equine Life Number) gekennzeichnet, weiterhin sind einige wesentliche, zur Identifikation des Pferdes/Ponys wichtige Seiten (Abschnitt I) durch die Nutzung von Sicherheitspapier vor Fälschung gesichert. In einigen Bundesländern, zum Beispiel Bayern, ist statt der Nutzung des Sicherheitspapiers eine Laminierung von Abschnitt I, Teil A verpflichtend.

Für Esel, die bereits einen korrekt ausgefüllten Pass besitzen, ändert sich nichts. „Pferdehalter und -besitzer sollten sich allerdings vergewissern, dass im vorhandenen Pass ein Arzneimittelanhang vorliegt und dort die Entscheidung, Schlachttier oder Nicht-Schlachttier, durch die Unterschrift des Eigentümers/Halters und des Tierarztes dokumentiert wurde“, empfiehlt Henrike Lagershausen, Leiterin der FN-Abteilung Veterinärmedizin.

 

Noch kein Pass oder ausländischer Pass vorhanden?

Esel, die einen ausländischen Pass besitzen aber noch nicht in Deutschland registriert sind, müssen neu registriert werden und du musst als Besitzer eingetragen werden.
In diesem Fall muss dein Esel ebenfalls hier in Deutschland von einem Tierarzt identifiziert und die Angaben im Pass bestätigt werden. Sofern im vorhanden Pass ein Abzeichendiagramm vorhanden ist, prüft der Tierarzt die Angaben zum Pferd und/oder zeichnet die Abzeichen und Wirbel dort ein und bestätigt sie durch seinen Stempel und seine Unterschrift. Weiter sind Geschlecht, Geburtsjahr und Farbe anzugeben. Sollte kein Diagramm vorhanden sein, ist ein Antrag mit Diagramm vom Tierarzt auszufüllen.
 

 

Wo kann ich einen Equidenpass beantragen???
 

Bei uns in Niedersachsen ist dafür die VIT Verden w.V. zuständig,

Das Antragsformular ist dort online zum runter laden und auch einen Chip (Transponder) für deinen Esel kannst du dort bestellen.

Seit November 2016 gibt es im Zuge der neuen Pässe sogar endlich ein Vorlagediagramm extra für Esel :-)))

Und für alle die es ganz genau wissen wollen,
hier ein Auszug aus der Verordnung zum Schutz gegen die Verschleppung von Tierseuchen im Viehverkehr (Viehverkehrsverordnung - ViehVerkV):

 

§ 44 Kennzeichnung

(1) Die Durchführung der Kennzeichnung von Einhufern nach Artikel 11 der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 der Kommission vom 6. Juni 2008 zur Umsetzung der Richtlinien 90/426/EWG und 90/427/EWG des Rates in Bezug auf Methoden zur Identifizierung von Equiden (ABl. L 149 vom 7.6.2008, S. 3) in der jeweils geltenden Fassung hat der Tierhalter
  • 1.
  • von einem Tierarzt,
  • 2.
  • von einer unter der Aufsicht eines Tierarztes stehenden Person oder
  • 3.
  • durch eine von einer tierzuchtrechtlich anerkannten Züchtervereinigung oder einer internationalen Wettkampforganisation beauftragte, im Hinblick auf die Vornahme der Kennzeichnung von Einhufern sachkundige Person
vornehmen zu lassen.
(2) Die letzten 15 Ziffern des Codes im Sinne des Artikels 2 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 in Verbindung mit der ISO-Norm 117843) müssen wie folgt zusammengesetzt sein:
  • 1.
  • drei Ziffern „276“ für „Deutschland“ nach der ISO-Norm 31664) ,
  • 2.
  • zwei Ziffern „02“ als Tierartenkenncode für „Einhufer“,
  • 3.
  • zehn Ziffern für den jeweils zu kennzeichnenden Einhufer.
(3) Die zur Kennzeichnung nach Absatz 1 erforderlichen Transponder werden dem Tierhalter von der zuständigen Behörde oder einer von dieser beauftragten Stelle auf Antrag und unter angemessener Berücksichtigung des jährlichen Bedarfs zugeteilt.
(4) Es ist verboten, einen für die Durchführung der Kennzeichnung nach Absatz 1 erforderlichen Transponder ohne Genehmigung der zuständigen Behörde in den Verkehr zu bringen.
  • 3)
  • Die ISO-Norm ist im Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin, erschienen. Sie ist beim Deutschen Patent- und Markenamt archivmäßig gesichert hinterlegt.
  • 4)
  • Die ISO-Norm ist im Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin, erschienen. Sie ist beim Deutschen Patent- und Markenamt archivmäßig gesichert hinterlegt.


§ 44a Equidenpass

(1) Die Ausstellung eines Dokumentes zur Identifizierung von Einhufern (Equidenpass) nach Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 ist auf Antrag des Tierhalters für Einhufer,
  • 1.
  • die in ein Zuchtbuch eingetragen sind oder dort vermerkt sind und eingetragen werden können oder
  • 2.
  • die an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen,
von einer tierzuchtrechtlich anerkannten Züchtervereinigung oder, soweit die Einhufer nicht in einem Zuchtbuch eingetragen oder dort vermerkt sind, von einer internationalen Wettkampforganisation vorzunehmen. Für andere als in Satz 1 genannte Einhufer gilt Satz 1 mit der Maßgabe entsprechend, dass der Equidenpass von der zuständigen Behörde oder einer von dieser beauftragten Stelle ausgestellt wird und lediglich die Angaben nach Abschnitt I, ausgenommen Teil A Nummer 3 Buchstabe b bis h, Nummer 4 und Teil B Nummer 12 bis 18, Abschnitt III, IV und VI bis IX des Anhangs I der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 enthalten muss.
(2) Mit dem Antrag auf einen Equidenpass hat der Tierhalter
  • 1.
  • seine Registriernummer nach § 26 Absatz 2 und
  • 2.
  • den Eigentümer
mitzuteilen. Änderungen bei der nach Satz 1 Nummer 2 gemachten Angabe sind der Stelle, die das Dokument nach Absatz 1 ausgestellt hat, unverzüglich mitzuteilen.
(3) Soweit die zuständige Behörde nach Artikel 7 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 von der Ausstellung eines Equidenpasses absehen will, übermittelt sie die für die Unterrichtung der Europäischen Union erforderlichen Angaben dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
(4) Nach dem Tod, der Schlachtung oder dem Verlust eines Einhufers hat der jeweilige Tierhalter den Equidenpass unter Angabe des Todes- oder Verlustdatums unverzüglich an die Stelle, die das Dokument nach Absatz 1 Satz 1 oder 2 ausgestellt hat, zurückzusenden. Dies ersetzt die Bescheinigung nach Artikel 19 Absatz 1 Buchstabe c der Verordnung (EG) Nr. 504/2008.


§ 44b Verbot der Übernahme

Ein Tierhalter darf einen Einhufer in seinen Bestand nur übernehmen, soweit der Einhufer von einem Equidenpass begleitet wird, die Begleitung nach Artikel 13 Absatz 1, Artikel 14 Absatz 3 oder Artikel 15 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 der Kommission vom 6. Juni 2008 zur Umsetzung der Richtlinien 90/426/EWG und 90/427/EWG des Rates in Bezug auf Methoden zur Identifizierung von Equiden (ABl. L 149 vom 7.6.2008, S. 3) vorgeschrieben ist und der Einhufer, soweit er nach dem 1. Juli 2009 geboren wurde, mittels Transponder gekennzeichnet ist. Dies gilt auch für die Übernahme eines Einhufers durch Transportunternehmen.


§ 44c Anzeige der Kennzeichnung

Der Tierhalter hat die Kennzeichnung eines Einhufers unverzüglich unter Angabe der in Artikel 21 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 genannten Angaben der zuständigen Behörde oder einer von ihr beauftragten Stelle anzuzeigen.
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