Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln

Esel sind keine Pferde!

Esel sind einzigartige Euquiden mit eigenen Bedürfnissen, einzigartigen Eigenschaften und besonderen Qualitäten ... und kein langohriges Pferd!

 

Esel sehen für den Laien beim oberflächlichen Betrachten vielleicht so ähnlich aus wie Pferde mit langen Ohren. Sie sind auch miteinander verwand und werden deswegen gerne miteinander verglichen, aber sie unterscheiden sich aber gravierend von einander.

 

Der Esel ist im Gegensatz zum Pferd kein ausgesprochenes Fluchttier. Seine normale Reaktion bei Stress oder Angst ist: Stehenbleiben, Notfalls verteidigen!
Dieses instinktive Verhalten findet seine Grundlage in den Steinwüsten in denen die freilebende Vorfahren unserer Esel beheimatet waren - eine Kopflose Flucht hätte hier den sicheren Tot bedeuten können.

 

Die Hufe des Esels sind an einen steinigen, unebenen Untergrund angepasst. Um hier einen sicheren Halt zu geben müssen sie fest und dennoch elastisch sein was durch die eher ovale oder auch U-Form der Eselhufe hervorragend funktioniert. Dennoch können Esel sehr schnell sein, bei Hauseseln wurden auf kurzen Distanzen bis zu 50 km/h gemessen.

Der afrikanische Wildesel ist wesentlich schneller unterwegs als seine Esel-Verwandten. Bis zu 70 km/h schnell kann er auf kurzen Strecken werden, auf einer längeren schafft er konstant 50 km/h!

 

Das Leben unserer Eselvorfahren in diesen Steinwüsten ist auch dafür verantwortlich, dass Esel beim gehen "schnüren". Sie treten sicher auch auf den schmalsten Pfaden und sind durch diese Eigenart und ihre besondere Gelenkigkeit sehr Trittsicher.
Über das "wie gelenkig" ein Esel ist, kann jeder Hufschmied, der Esel in seiner Kundenkartei hat, ein Lied singen :-)

 

Esel lieben die Gesellschaft von Artgenossen und leben in Gruppen. Auch hier gibt es einen großen Unterschied zu Pferden: es gibt keine Leitstute! Jeder Esel ist ein Individum und entscheidet für sich allein was er als richtig, als nötig oder unwichtig erachtet! Auch wenn gemeinsames Fressen, ruhen und Kotabsetzen manchmal den Eindruck einer Herde gibt, hier trügt der Anschein!

 

Ihr Verhalten ist daher anders als das von Pferden, nämlich Eseltypisch was viele Pferdemenschen die sich irgendwann mal einen Esel angeschafft haben leidlich erfahren mussten. Esel folgen eben nicht nur weil Mensch sich als "Boss" aufspielt, eher das Gegenteil ist der Fall.
Der Umgang und die Kommunikation mit dem Esel ist folglich ganz anderes  als es bei Pferden hilfreich ist.
Wer mit einem Esel glücklich werden will, muss sich ihm als Freund beweisen.

Esel sind sehr gelenkig und können auch unter Hindernissen durchklettern

Aber auch im Körperbau unterscheiden sich die beiden Equiden.
Eselhalter sollten sich daher bewusst sein, dass auch medizinische Details  ganz anders sind. Fehleinschätungen durch Tierärzte die um diesen Unterschied nicht wissen können tötliche Feher bedeuten wenn ein Esel krank wird! Da die Tierärzte an der Uni nichts über Esel lernen ist es wichtig den Tierarzt den man zu seinem Esel ruft sorgfälltig auszuwählen!

 

Eselhufe sind eher oval, kleiner und haben eine dickere Hufwand und einen steileren Hufwinkel.

Der Widerrist ist niedriger und das Brustbein ragt weiter nach vorne. Das ist auch der Grund warum ein Esel mit einem Brustblattgeschirr nicht gut gefahren werden kann, der Esel braucht ein gut sitzendes Kummet wenn er vor einer Kutsche laufen soll.
Esel haben 5 Lendenwirbel, Pferde 6.

Esel haben weniger, aber größere rote Blutkörperchen als Pferde.
Die durchschnittliche Eseltemperatur liegt bei 37 Grad Celsius, variiert jedoch sehr stark. An einem kühlen Morgen können auch mal nur 35,5°C gemessen werden und wenn das Thermometer über 40°C steigt, liegt die Eseltemperatur um die 39°C. Selbst wenn der Esel nun eine schwere körperliche Arbeit verrichtet, hat er keine Schwierigkeit die Körpertemperatur ca. 39° zu halten!

 

Esel besitzen einen Blindsack im Kehlkopf.
Tierärzte die um diese Besonderheit nicht wissen, wundern sich dann, dass sie mit der Nasensonde nicht in die Speiseröhre kommen!

 

Spätestens wenn du siehst, dass dein Tierarzt krampfhaft versucht Blut am Hals des Esels zu bekommen, weißt du dass dieser keine Eselerfahung hat.
Denn die Halsvene der Esel ist im mittleren Drittel mit einem kräftigen Hautmuskel überzogen, weshalb ein erfahrener Esel-Tierarzt im oberen Drittel das Halses nach der Vene sucht.

 

Esel und Medikamente ist ebenfalls ein eigenes Kapitel, und damit meine ich jetzt nicht dass der Esel diese in fasst jedem Futter findet und sie gekonnt ausspuckt.
Der Stoffwechsel der Esel ist nicht zu vergleichen mit dem von Pferden, dadurch sind die Abbauzeiten von Medikamenten vollkommen anders.
Wird einem Esel Penicillin nach Richtlinien für Pferde verabreicht, hat es keinerlei therapeutische Wirkung da das Antibiotika beim Esel sehr viel schneller abgebaut wird.

Mit Narkosemitteln verhält es sich ähnlich!

 

Die Besonderheiten der Esel sind vor allem bei der Kastration eines Hengstes zu beachten - nicht selten ist ein Eselhengst nach dem Eingriff wegen extremen Nachblutungen verstorben! Diesen Eingriff darf wirklich nur ein Esel-Kastrationserfahrener Tierarzt machen!

 

Ebenfalls zu erwähnen ist, dass Esel sehr viel gelenkiger und trittsicherer sind als Pferde. Ein Esel der genervt ist wird kundtun, das ihm die Situation nicht mehr passt.
Reagiert der andere nicht oder werden die Eselsignale ignoriert, ist ein gezielter Tritt schon mal die Konsequenz.
Der Esel ist dabei blitzschnell und er wird treffen!

Diese Esel ist stocksauer!

Weitere Eckdaten:

Esel haben 31 und Pferde 32 Chromosomen.

Die Trächtigkeit der Esel dauert 12 - 14 Monate und sie sind sehr langlebig, über 45 Jahre ist keine Seltenheit.

Die Zahnalterslehre des Pferdes lässt sich nicht einfach auf die Esel übertragen, wer einen Esel an den Zähnen beurteilen möchte liegt häufig falsch, denn sie erscheinen viel jünger als sie sind.

 

Viele Regeln der Pferdehaltung sind für Esel nicht anwendbar und sogar schädlich.

Bereits eine gute, pferdeadäquate Fütterung macht Esel fett und verursacht in der folge Hufrehe. Doch dazu mehr auf der Seite Hufpflege.

 

Ein Muli, die perfekte Alternative???

 

Und wer jetzt denkt:
wenn Pferde schon toll sind und Esel so besonders,
dann schaffe ich mir eben ein Muli an!
Dem möchte ich folgenden Satz mit auf den Weg geben den ich mal von Julia Krüger von den Albmulis las:
 

"Der entscheidende Punkt ist, ob man wirklich einen "reitbaren Bordercollie mit dem Gemüt einer Katze" haben, versorgen, beschäftigen und sich mit ihm auseinandersetzen will."

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