Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln

Impfungen beim Esel

Das Impfen von Eseln wird leider von vielen Haltern sehr gern Vernachlässigt. Sei es aus Kostengründen oder weil man sich einbildet dass die Esel das nicht brauchen.

Diese Entscheidung ist jedoch falsch,
denn die Impfungen sind für die Gesundheit der geliebten Esel sehr wichtig und dienen dem Schutz vor gefährlichen Infektionskrankheiten die unter umständen ohne Impfschutz tödlich enden können.
Auch ist die Behandlung erkrankter Tiere sehr teuer und oft erholen sich die kranken Esel die nur sehr schwer, nicht vollständig oder sterben daran.

 

Damit eine Impfung den erwünschten Erfolg bringt muss zuerst eine Grundimmunisierung erfolgen.

Hierzu werden üblicher Weise 2 Impfungen binnen weniger Wochen erfolgen.
Ohne diese Grundimmunisierung könnt ihr euch die Folgeimpfungen (halbjählich, jährlich oder 2-jährig je nach geimpfter Krankheit) sparen, denn diese bringen dann nichts und wären in der Tat rausgeschmissenes Geld.

 

Eigendlich sollte es für jeden verantwortungsvollen Tierhalter selbstvertändlich sein, dass natürlich der gesammte Tierbestand geimpft ist.

 

Für die Eselhaltung wichtige, bzw. gängige Impfungen sind gegen:

Tetanus, Herpes, Influenza, Druse und ggf. Hautpilz sowie Tollwut.

 

Tetanus

Die Tetanusimpfung (Wundstarkrampf) ist die wichtigste von allen für Esel und sollte als selbstverständlich und nicht als "vieleicht" Impfung angesehen werden.

Tetanus wird durch ein Bakterium ausgelöst und dringt durch Verletzungen der Haut in den Körper ein. Hierfür reicht jede noch so kleine Wunde oder kleiner Kratzer.


Diese Bakterien scheiden ein Nervengift aus das zu einer Versteifung der gesammten Muskulatur führt.

 

Typische Syntome der Tetanusinfektion sind:

- leichte Steifheit von Kopf und Beinen welche sich so drastisch verschlimmert das der kranke Esel sich nicht mehr bewegt

- Kauprobleme, aufgerissene Augen und geblähte Nüstern, Krämpfe an Kopf und Hals

- durch plötzliche Bewegungen oder Geräusche werden häufig aus einem Zittern Krämpfe im ganzen Körper

 

Die Behandlung eines infizierten Esels ist extrem Pflegeaufwändig mit einer ständigen Betreuung über etwa 6 Wochen und dennoch sind die Erfolgsaussichten nicht gut:
Für Esel die nicht geimpft sind,

                          ist eine Tetanusinfektion in etwa 90% aller Fälle tötlich!
 

Tetanusimpfung notwendig:  JA!

 

Herpes
Herpes wird durch verschiedene Herpesviren ausgelöst, vovon der Herpesvirus 1 für Esel am gefählichsten ist.

Die Infektion durch den Herpesvirus 1 lösen eine Entzündung der Atemwege aus und können sich bis zur Lungenentzündung steigern oder den Virusabort der Stuten (Fehlgeburt).
Herpes wird über die Nase übertragen (Tröpfcheninfektion) und verbreitet sich häufig Regional begrenzt.
Am ehesten werden Jungtiere und geschwächte Esel befallen. Der Virusabort betrifft Stuten idR zwischen dem 7. und dem 11. Trächtigkeitsmonat.

 

Typische Anzeigen einer Herpesinfektion sind Fieber, Husten, Nasen- und Augenausfluss. Eine Vorrübergehende Abnahme der weißen Blutkörperchen ist feststellbar.


Die Fehlgeburt bei tragenden Stuten wird ausgelöst, da das Herpesvirus 1 die Schleimhäute der Gebärmutter und die Plazenta angreift, so dass das Ungeborene Eselchen abstirbt da es nicht mehr ausreichend mit Nahrung versorgt wird.

 

In seltenen Fällen kann der Herpesvirus 1 auch eine Entzündung des Rückenmarkes auslösen, dadurch kommt es dann zu Lähmungen der Hintergliedmaßen.
Tiere mit diesem Krankheitsbild müssen isoliert werden und auch der unnötige Kontakt mit Menschen muss vermieden werden!

 

Die beste Vorsorge gegen Herpes ist die Impfung. Bei der Impfung wird zwar eine Antikörperbildung ausgelöst, aber eine Infektion mit Feldviren kann dadurch nicht vollständig verhindert werden.
Doch der Erfolg ist greifbar: Ist der Esel geimpft, verläuft die Krankheit meißt hamlos und es treten keine Fehlgeburten auf.

 

Der Herpesvirus 3 löst eine Genitalinfektion aus die auch gerne als Bläschenausschlag bezeichnet wird, die Übertragung erfolgt über den Deckakt.
Da Esel die mit Herpes 3 infiziert sind lebenslange Virusträger sind, muss vor einer geplanten Zucht oder einem Deckakt eine Infektion beider Eltern ausgeschlossen werden.

 

Der Herpesvirus 4 greift auch die Atemwege an, verursacht aber keine Fehlgeburt.

 

Im Gegensatz zu anderen Impfungen muss die Herpesimpfung alle 6 Monate gemacht werden.

 

Herpesimfung notwenig:  definitiv JA wenn die Esel zur Zucht dienen oder die Vermehrung der Esel "stillschweigend" in Kauf genommen wird:-)
 

Influenza

Die Influenza ist eine hoch anstreckende Erkrankung des Atmungsapparates, ausgelöst durch ein Virus, also umgangssprchlich eine Grippe.

Esel (und auch Pferde) stecken sich untereinander durch direkten Kontakt oder durch eine mit den Influenzaviren infizierte Umgebung (Stall, Futter, Anhänger) und durch die Luft an.

Die Gefahr der Influenzainfektion lauert vor allem dort wo viele Equiden zusammentreffen und in stressiger Umgebung wie auf Veranstaltungen, Messen, Märkten, Tunieren und nicht zuletzt in großen Ställen.

Aus einer anfänglichen Grippe kann auch schnell eine heftige Bronchitis  (welche übrigens in Deutschland neben Überfettung zu den häufigsten Todesursachen für Esel gehört) oder gar Lungenentzündung werden.

 

Die Influenzaimpfung ist also definitiv ratsam, wenn immer die Esel im Alltag Kontakt zu anderen Equiden haben können und sich somit anstecken könnten.

 

Die Influenza kommt für den Halter meiß sehr überraschend.

Es geht los mit hohem Fieber (welches oft übersehen wird) und im Anschluss dann scheinbar plötzlich ein trockener, rauer Husten für bis zu 3 Wochen. Der Nasenausfluss ist am Anfang klar, wird aber fester und verfärbt sich grün-gelb. Teilnahmslosigkeit und Appetitverlust sind ebenfalls typisch.

Hat sich der Esel von der Influenza erholt, ist er häufig noch so geschwächt dass die nächste Infektion nicht lange auf sich warten lässt.
 

Influenzaimpfung notwendig:
Für diese Entscheidung solltet ihr das Lebensumfeld eurer Esel und eure Gewohnheiten und damit das Ansteckungsrisiko in Betracht ziehen.

 

Unser Trekking-Esel Team wir Tierärztlich Betreut durch die Tierarztpraxis Dr. Seitz + Dr. Trautmann aus Stadtoldendorf und die Pferdeklinik Dr. Gremmes in Jühnde bei Göttingen

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2017 - 2018 trekking-esel.de, Manuela Habich