Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln

Landschaftspflege mit Eseln

Esel sind in den letzen Jahren immer häufige in der Landschaftspflege zu finden. Doch ist diese Haltung und das Leben als Landschaftspfleger für Esel geeignet?

 

Landschaftspflege mit Weidetieren

Bei der Beweidung von Weidetieren in der Landschaftspflege geht es um den Erhalt bestimmter Landschaftstypen, der Artenvielfalt und natürlicher Schutzfunktionen.
Entsprechend der gesetzten Ziele kommen dann unterschiedliche Weidetiere zum Einsatz.

Solche Ziele sind:

  • vermeiden von Verbuschung ursprünglicher Wiesen und Heiden
  • Hochwasserschutz durch verbesserte Schwammwirkung des Bodens und der Vegetation und Wasserfilterung
  • Erhohlungsfunktion
  • Schutz vor Bodenerosion
  • Naturschutz durch Erhalt spezieller Pflanzen und damit auch der Erhalt von Lebensräumen für Insekten und Kleintiere

Weidetiere sind für die Pflege der dafür vorgesehenen Flächen die günstigste und Naturschonenste Variante, und darüber hinaus auch die, die der Bürgen am liebsten anschaut. (Nur wenige hätten Freude darann wenn große, stinkende Maschienen Wiesen erhalten sollen.)

 

Der große Vorteil der Weidetiere liegt jedoch nicht nur im Finanziellen: Weidetiere erhalten das offene Grünland und damit wunderschön blühende Wiesen welche sonst von Büschen und dichtem Wald verdrängt würden.

Die Dornentragenden Pflanzen wie Wildrosen, Schehe und Weißdorn werden nur von wenigen Arten von Weidetieren genascht und so können diese Planzen für Vögel, Insekten und junge Bäume wie die Eiche ein Lebensraum oder Lebensstart bilden.

Werden Uferflächen beweidet gewinnen Kröten und Frösche, denn nun kann sich im Frühjahr zur Leichzeit das Wasser besser erwärmen was für die Laich- und Larvenentwicklung ein Vorteil ist.

 

Die Tritte der Weidetiere öffnet Lücken im Boden und schaffen damit neue Lebensräume und ihr Kot bringt Nährstoffe in den Boden, Lebensraum für Dungkäfer und damit eine Futtergrundlage für Vögel.

Im Fell der Weidetiere können Planzensamen, Früche und Sporen und kleine Krabbler wie Käfer, Spinnen, Schnecken und Wanzen über weite Strecken getragen werden was deren Verbreitung verbessert.

 

Der Nutzen von Weidetieren als Landschaftspfleger liegt auf der Hand,
doch wie ist das mit den Eseln?

Wie sieht die Landschaftspflege im Alltag aus?
Bei der Landschaftspflege werden idR große Flächen eingezäunt,

je nach Region sind meißt 2 bis 3 ha (20.000 bis 30.000 qm), doch auch Zusammenhängende Flächen von 8-10 ha sind keine Seltenheit.


Diese Flächen werden dann für eine Zeit x, das können 4-8 Wochen je nach Tierart, Gruppengröße, Landschaftsfläche und Nutzungsziel, beweidet.

 

Die tierischen Landschaftspfleger sind dabei nonstop auf dieser Fläche die nicht selten stark verbuscht ist da sie meißst aus Naturschutzgründen nur ein mal im Jahr beweidet wird und haben idR keinen Wetterunterstand.

 

Esel und Landschaftspflege

Der Esel liebt es sich auf einer großen Fläche bewegen zu dürfen, doch nur weil dieser Punkt in der Landschaftspflege befriedigt wird ist das noch lange kein OK.
Denn andere, wichtige Punkte der artgerechten und damit gesunden Eselhaltung können idR. nicht erfüllt werden:

  • mageres Futter

  • regelmäßige Hufpflege

  • jederzeit Zugang zu einem Wind- und Regengeschützen Unterstand

 

Futter gibt es bei der Landschaftspflege im Überfluss,
ein Unterstand ist selten Vorhanden und ob bei einem Esel der sich auf 30.000 qm verbuschtem und mit Dornen bewachsenen Fläche frei bewegt regelmäßig jemand nach den Hufen schaut lasse ich nun mal im Raume stehen, das hängt sicherlich von den jeweiligen Menschen ab.

 

Fakt ist: Esel haben in der Landschaftspflege nichts verloren.
Eine gesunde Haltung von Eseln als Landschaftspfleger ist nicht möglich!
Die Folgen einer solchen Haltung sind zwangsweise Überfettung und spätestens damit auch desolate Hufe. Desweiteren muss wegen dem fehlenden Wetterunterstand mit Erkältungen bis hin zu Bronchitis gerechnet werden.

 

Wilma - die Geschiche einer Landschaftspflege-Eselin

Wilma, die im August 2017 bei uns eingezogen ist ist ein trauriges Beispiel eines solchen Esels.

Wir wissen aus der Vorgeschichte von Wilma nicht viel, nur dass diese früher ein Teil ihres Lebens als Landschaftspfleger / Rasenmäher verbracht hat. Speckpolster hatte sie noch bei ihren Einzug noch und man sagte uns dass sie in der Zeit seit sie in dem alten Zuhause war schon rund 70kg abgenommen hätte. Sie hatte auch schon mal ein Reheproblem doch da sei schon lange nichts mehr gewesen.

Die Hufe waren vom Winkel und der länge her in einem durchschnittlichen Zustand, doch im Bereich der weißen Linie gab es einige, große Löcher die mit einem Lehmgemisch behandelt wurden. Auf meine Rückfrage hin hieß es: damit stopfe ich die Löcher damit sie sich keine Steine eintritt.

 

Wilma bei uns:

die Löcher waren stellenweise locker 1cm tief und wir haben diese regelmäßig gereinigt, mit Keralit und Keralit Undercover behandelt.

Auf der Koppel lief Wilma unauffällig, bei Wanderungen über Schotter merkten wir aber schnell dass sie ohne Schuhe nicht mitkommen konnte, sie wackelte wie auf rohen Eiern.

Das Reheproblem ist aktuell wie unser Tierarzt schnell bestätigte.
 

September 2017 dann der Termin bei unserem Hufschmied - und was da nun raus kam entsetzte uns: Die Verbindung zwischen Tragrand und Huf, also die weiße Linie, ist auf allen 4 Hufen so extem gestört / tot dass bis kurz unter den Kronrand der Huf "hohl" ist und es keine Verbindung gibt!

Wir starten also ohne lange zu überlegenn den einzigen Rettungsversuch den Wilma hat:

der lose Tragrand muss an allen 4 Füßen weg. Beim Schneiden wird deutlich wie schlimm es wirklich ist, hier ist wirklich alles Tot, es blutet nichts!.
Die verbleibende Lauffläche, also die Sohle, wird mit Kunstharz beklebt damit sie das Eselgewicht überhaupt tragen können! Nur so kann gesundes Horn nachwachsen.
Wilma wird nun alle paar Tage mit Keralit behandelt und alle 6 Wochen den Hufschmied treffen.

Wir hoffen so auf ein gutes Ausheilen und rechen mit einer Zeit von min. 6 Monaten.

April 2018

Die letzen Wochen und Monate haben sich die Hufe recht gut entwickelt.
Vorne braucht sie kein Kunstharz mehr und trägt es aktuell nur noch auf einem Hinterfuß.
Wilma bekommt vom Hufschmied wieder grünes Licht und kann und soll nun wieder die Wanderungen auf kurzen Strecken begleiten. Voraussetzung dafür ist jedoch Schuhe auf allen 4 Füßen.

Vorne nimmt sie diese ganz gut an und es scheint fasst so als wenn Wilma weiß dass sie damit besser laufen kann, Hinten nerfen die Schuhe wohl noch ein wenig, zumindest bei unserer ersten Tour damit.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2017 - 2018 trekking-esel.de, Manuela Habich