Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln

Giftpflanzen

Instinktiv meiden Esel die meisten Giftpflanzen, solange diese frisch sind
und der Esel ein ausreichendes, abwechslungsreiches Futterangebot zur Verfügung hat.

 

Auch können Esel, wenn sie etwas "ungenießbares" zwischen die Zähne bekommen, dies "ausspucken".
Dabei wackeln sie mit dem Kopf und werfen das aufgenommene Futter wieder aus (das ist auch schon mal ein Problem bei der Wurmkur:-))

 

Dennoch sollte eine Vergiftung nicht ausgeschlossen werden.

Informationen über Giftpflanzen für Esel sind leider sehr spärlich, doch es ist davon auszugehen, dass Pflanzen die für Pferden giftig sind auch Eseln schaden oder tödlich sein können.

Da vor allem auch die Tierärzliche Behandlung von Eseln nicht einfach ist, diese auf Medikamente anders reagieren als Pferde und auch hier bei vielen Tierärzten die Erfahrungswerte fehlen wenn es darum geht einen vergifteten Esel zu kurieren, empfehlen wir in Punkto Giftpflanze kein Risiko einzugehen und alle "Gefahrenbereiche" zu eleminieren.


Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit dieser Liste erhoben!
Nur weil eine Planze hier nicht erwähnt wird, heißt dies nicht, das diese für Esel nicht toxisch sein kann!

häufig vorkommende, giftige Gehölze:

Ahorn

Der Ahorn trägt in Rinde und Blätter sehr viel Mangan (Mangan ist wichtig für die Gelenkknorpelbildung). Sie enthält Gerbstoffe und Saponine (stärkt Leber und Galle), in den Früchten findet sich Acerin, in der Rinde sogar antibiotische Inhaltsstoffe.
Die Rinde ist jedoch im Frühling sehr zuckerreich und dadurch für Esel verlockend.

 

Einzelne Ahornarten lösen jedoch die atypische Weidemyopathie aus. Dabei handelt es sich um eine saisonal auftetende Muskelerkrankung (Oktober bis Dezember) die warscheinlich auf das fressen von reifen (Berg)Ahornsamen zurückzuführen ist. Diese Samen tragen dann ein giftiges Bakterium welches für den Tot mehrerer Pferde verantwortlich gemacht wird.

Eine Vergiftung beginnt meist mit Schwitzen, Koliken und Muskelzittern, hängelassen des Kopfes und schwankendem Gang. Die betroffenen Tiere haben auch Schwierigkeiten zu kauen und zu schlucken.

In den USA zeigten Pferde nach der Aufnahme von mindestens 500 g  Rot-Ahornlaub Blutarmut, Gelbsucht und verfärbte Schleimhäuten.
Möglicherweise gehen Vergiftungen mit Bewegungsmangel einher.

Akazie / Robinie

 

Giftig ist die ganze Pflanze, vor allem die Rinde und die Früchte.

Bereits 150g Rinde können ein Pferd töten!!!

Für Esel ist diese Pflanze besonders tückisch da die Rinde süßlich schmeckt!

Aus dem 2. Weltkrieg gibt es einen Bericht, wonach in einer Nacht 32 von 120 Pferde verstorben sind, nach dem sie an Robinienholz geknabbert haben aus welchem die Stallungen gezimmert waren!
Auch beim Stallbau ist daher darauf zu achten dass keine Akazien / Robinien verarbeitet werden!

Eine Vergiftung zeigt sich mit Speichelfluss, Erregung und danach Teilnahmslosigkeit. Erhöhter Puls, erweiterte Pupillen, gelbe Schleimhäute, Magen- und Darmentzündungen mit Krämpfen, Störung des Gleichgewichts, krampfartiges Zucken, Schädigung von Leber und Nieren, Harndrang und auch Blindheit gehören ebenfalls dazu. Bei langsamen Verläufen kann sich eine Vergiftung auch durch eine Hufrehe zeigen.

Eibe

 

Die Eibe ist ein immergrüner Nadelbaum der im Herbst kleine, rote, fleischige Früchte trägt die durch einen grün-schwarzen vertieft sitzenden Samenkorn gut erkennbar ist.

Die ganze Pflanze ist hoch giftig und bereits 100g / 150g Eibennadeln sind tötlich und der Tot kann in einzelfällen bereits nach Minuten eintreten. Vergiftungserscheinungen sind Speichelfluss, Schaum vor dem Maul, starke Entzündung von Magen und Darm, Krämpfe, Durchfall oder Verstopfung,  Blasenentzündung verbunden mit zuerst starkem, später vermindertem Harndrang, Taumeln, Herz- Kreislaufkollaps und Atemlähmung.

Zitat eines Leserbriefes aus dem Reitermagazin CAVALLO:
“Mein Pferd stand auf einer Koppel, in deren Nähe eine Eibe wuchs. Sie wurde beschnitten und die getrockneten Nadeln landeten im Gras. Am Morgen fand ich meinen 19-jährigen Wallach und eine Stute tot auf der Weide. Eine Obduktion brachte die Gewissheit: Der Verzehr der Nadeln war tödlich”

Ginster

 

Auch der Ginster oder auch Besenginster gehört zu den giftigen Gehölzen.

Im Mai blüht dieser Strauch mit kräftig leuchtenden, gelben Blüten und wer sich Zecken einfangen will kommt diesem Gehölz gerade in der Blüte nah.

Giftig ist die ganze Pflanze und die Samen, doch die Dosis ist unbekannt.

Vergiftungserscheinungen sind:

  • Unruhe und Erregung
  • Bewustlosigkeit
  • erhöhter Speichelfluss
  • Durchfall
  • Lähmungen
  • Verstopfung bis zum Darmverschluss
  • bei trächtigen Stuten können die Wehen ausgelöst werden

Essigbaum

 

Auch der Essigbaum gehört zu den Gehölzen die durch unsachgemäße Gartenabfallentsorgung ausgewildert werden.


Er ist giftig in der ganzen Pflanze, besonders aber der Michsaft

 

Die Vergiftungserscheinungen sind

  • Koliken
  • Durchfall
  • Entzündungen durch den Michsaft

Unser Buchtip

 

Giftpflanzen

Was Pferde nicht fressen dürfen

 

Der Cadmosverlag hat viele, gute Bücher, doch eines davon möchte ich euch zum Thema Giftpflanzen gerne empfehlen.

 

In diesem Buch findet ihr eine umfangreiche Übersicht mit gut bebilderten Pflanzen.

 

Der Preis liegt bei 19,95 Euro,
eine Ausgabe die sich lohnt.

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