Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln

Hufpflege beim Esel

Die regelmäßige Hufpflege sollte für jeden Eselbesitzer selbstverständlich sein, denn der Eselhuf ist deutlich weicher als ein Pferdehuf und ist auch sehr Feuchtigkeitsempfindlich.

 

Zur Hufpflege gehört:

- das möglichst tägliche Auskratzen und prüfen der Hufe dass keine Steine oder Fremdkörper sich eingetreten haben

- regelmäßige Pflege der Hufe z.B. mit Keralit Huffestiger

- alle 8 Wochen die Hufpflege durch einen Eselerfahrenen Hufschmied bearbeiten zu lassen

- selbstständiges nachschneiden und nachraspeln bei Notwendigkeit zwischen den Intervallen kann notwendig sein, daher ist die Teilnahme an einem Hufkurs für Esel sehr zu empfehlen

- ggf. können auch Hufschuhe notwendig sein. Diese müssen bei einem Esel immer angepasst werden wenn Esel und Halter damit Freude haben möchten

- tägliches Abäpplen des Stalles und Auslaufes - viele Hufprobleme werden durch Sauberkeit vermieden

- optimal sind der Aufbau unterschiedlicher Böden im Auslaufbereich, denn ein Huf der 365 Tage auf einer Wiese steht wird sich z.B. mit Schotterwegen schwertun und zu weich für manche Herausforderungen des Trekkingaltages sein

- Nutzung diverser Huffplegemittel je nach Notwendigkeit und Lebensumständen

- Zufütterung eines Hufregulatrs oder spezieller Mineral- Spurenelementen kann notwendig sein

Der Eselhuf ist kein Pferdehuf!

Er ist schmaler und der Esel steht etwas steiler als ein Pferd. Ein gesunder Esel hat einen optimalen Fesselstand zwischen 58° und 63°.
(Bei Pferden liegt dieser neuen Forschungen nach um die 55°, doch es gibt leider immer noch viele Pferde die auf 45-50° geschnitten werden)

Auch nutzen die Esel den Ballen zum laufen und fühlen.
Die Sohlen sollten Plan gearbeitet sein und der speziellen Laufeigenschaft des Esels angepasst sein. Esel "schnüren" bein gehen, sie treten also sehr schmal.
Es gibt nur wenige Esel die "regelmäßig" also fasst gerade auf den Beinen stehen, die meissten Esel stehen etwas "schief und schepp" also z.B. Zehenweit oder Bodeneng.

Für das Wohl deiner Esel solltest du ausschließlich einen Eselerfahrenen Hufschmied an dein Tier lassen, denn der Schmied muss das Gangbild des Esels prüfen und die Hufe dann in den für diesen Esel optimalen Winkel bringen.

 

Wer selbst auch mal Hand an seine Esel anlegen möchte der sollte an einem Hufkurs teilnehmen.

Ich empfehle dazu die Hufkurse von Thekla Friedrich die durchschnittlich als Wochenendseminiar 4-5x im Jahr auf verschiedenen Höfen in Deutschland stattfinden.
Thekla Friedrich ist die Koryphäe in Deutschland wenn es um Esel und Mulihufe geht.

 

Gesunde Eselhufe
 

damit ein Esel gesunde Hufe hat reicht es aber nicht aus diese "nur" nach klassischem Reiterwissen zu pflegen.

Auch die Ernährung und die Bewegung spielen eine Schlüsselrolle wenn es um gesunde Hufe geht.

Um das zu verstehn müssen wir etwas in die Anatomie gehen:

Der Esel hat vom Kapalgelenk an abwärtz KEINE Muskeln sondern nur Bänder und Sehnen. Bei jedem Auftreten spreizt sich der Huf etwas, wird der Fuß wieder angehoben zieht er sich wieder zusammen.
In der Funktion des Hufes spielt hier vorallem die im inneren liegende Huflederhaut eine große Rolle. Diese wird durch sehr viele, sehr feine Äderchen die an eine Baumkrone erinnern umschlossen und durchblutet.
Nur die Transaktion des Hufes in der Bewegung sorgt dafür dass das Blut in den unteren Extremitäten transportiert wird.
Steht ein Esel nun also ständig Stundenlang in einer Box oder einem langweiligen, kleinen Paddock ist dies für die Durchblutung der Beine und Hufe sehr schlecht. Daher kennen viele Reiter auch den Ausspruch "die Hufe wachsen besser wenn dein Pferd viel bewegt wird"


Wenn ein Esel nun aber überfettet ist, also einen "tollen" dicken Halswulst hat, vielleicht auch schon eine Hängemähne und Polster und Huckel über den Rücken und Po, dann hat er mit Sicherheit auch schon Hufprobleme.

Diese eben beschriebenen Fettpolster sind ein Auslöser für Hufrehe wie nach neueren Erkenntnissen und Forschungen bewiesen wurde.
Diese Fettpolster bilden eigene Hormone und stören die Durchblutung in den feinen Äderchen der Huflederhaut. (Man könnte nun auch von Diabetis sprechen.)
Wir reden nun also von einer Rehe oder auch Hufrehe was ein Todesurteil für den Esel bedeuten kann!

 

Fazit:
kein Übergewicht und viel Bewegung sind wichtige Grundpfeiler für gesunde Eselhufe

 

Mittel und Zubehör zur Hufpflege

 

Es gibt sicherlich eine vielzahl von Mitteln die man auf oder unter die Hufe schmieren kann und jeder hat so seine Erfahrungen gemacht.

Ich schwöre auf die Produkte von Keralith da diese bei allem was wir ausprobiert haben in der Vergangenheit bei den Eseln die beste Wirkung und den größen Erfolg hatten:
 

Keralith Huffestiger
das erste Mittel meiner Wal was 1-2 mal die Woche bei jedem unserer Esel zur Anwendung kommt.
Wir bepinseln den untersten cm des Tragrandes und die komplette Sohle inkl. Stahl und (je nach Wetter) den Ballen um bei dem feuchten Klima in unseren Breitengraden die für die Esel notwendige Hufhärte zu erhalten und zu erreichen.

 

Keralith Undercover

ein "Desinfektionsmittel" welches sich sehr schön in kleine und große Löcher stopfen lässt um diese zu verschließen. So kann kein Schmutz mehr eindringen und ein Bakterien- / Pilzwachstum in den Löchen wird verhindert

 

Keralith Lorbeersalbe
diese ist ohne Fett und wird auf dem Kronrand aufgetragen um eine bessere Durchblutung zu schaffen und soll somit das Hufwachstum verbessern

 

Cyclo-Spray

ein Blauspray das aus dem Rinder- und Schafbereich kommt. Ich nenne es immer das "Höllenzeug" weil es hervorragend zum desinfizieren und austrocknen bei uns zum Einsatz kommt. Gerade am Huf hat das Cyclo-Spray eine stark trocknende Wirkung und es töte ein Teil der Bakterien wie z.B. bei einer Strahlfäule.

Wenn durch Steine und Schmutz ein größeres, tieferes Loch im Bereich der weißen Linie im Huf entstanden ist lässt sich dies mit einem Loop-Messer wunderbar "begradigen", anschließend großzügig Cyclo-Spray rein und mit einem Wattetupfer ausstopfen. So bleibt die Stelle trocken und kann wunderbar rauswachsen.

 

Jodo-Gel

Ein Jodhaltiges Gel welches bei kleinen Problemen im Strahlbereich herroragende Dienste leitstet und auch gerne zur Anwendung kommt wenn es mal ein paar Tage nass war und ich das Gefühl habe "da entwickelt sich was"

(Außerdem ist es in der Anwendung angenehmer und einfacher als ein Jod-Äther-Gemisch aus der Apotheke welches extrem schnell an der Luft verfliegt)

 

Hufraspel, Hufzange, Hufmesser
und dann die vielen, kleinen Hilfsmittel die gebraucht werden um Nachzuarbeiten bei Notwendigkeit zwischen den Schmiedeintervallen:-)))

Zum einsatz kommen bei uns 3 Hufmesser: ein schmales, eines das beidseitig schneidet und ein Loop-Messer.

 

Hufwinkelmesser
ein günstiger Hufwinkelmesser aus Kunsstoff der aufgrund seiner Größe hervoragend an den kleinen Eselhufen Anwendung findet und helfen kann dass die Füße im annährend richtigen Winkel bearbeitet werden.

 

Hufkratzer / Scharfer Löffel mit Speer

Der Hufkratzer ist obligatorisch und wird bei uns mit einer Feile auf die kleineren Eselfüßchen angepasst so dass er besser eingesetzt werden kann.

Aber mein absolutes Lieblingswerkzeug kommt aus dem Dentalbereich und ist ein Kombiwerkzeug aus "scharfem Löffel und Speer"
Hierbei handelt es sich um einen Metallstab der auf der einen Seite eine kleine, ca 8-10mm lange Speerspitze hat mit der auch kleine Steine super aus dem Huf gepopelt werden können.
Auf der anderen Seite hat dieses Teil einen kleinen Löffel (ca. 4 x 10mm groß)

Immer wenn nicht klar ist ob nur Schmutz oder ein leichter Schaden am Huf ist lässt sich damit ganz einfach und Punktgenau die Stelle abscharben.

 

Hufbürste und Dahtbürste

zum Nachbürsten kommt die Hufbürste, eine Wurzelbürste oder die Drahtbürste zum Einsatz

 

Unser Trekking-Esel-Team wird betreut durch die Hufschmiede Jens und Chrisitan aus dem Hufschmiede-Team von Frank Sauerbrey aus Bad Lauterberg.

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