Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln

Knabber-Holz für Esel

Esel werden nicht einfach "satt",
ein Sättigungsgefühl wird dann erreicht, wenn der Esel sein Kaubedürfniss befriedigt hat.
Die Weiden in Deutschland sind für die meissten Esel zu reichhaltig und die tägliche Heuration ist auch mit der Nutzung einen Heunetzes und bei allem guten Willen beim besten Willen nicht möglich das über den ganzen Tag zu verteilen.

Darüber hinaus ist ein gutes Heu eine gute Grundernährung, wird aber das Kaubedürfniss nicht stillen und auch nicht für den notwendigen Zahnabrieb reichen da es einfach zu weich ist.

Daher wird jeder Eselhalter früher oder süäter feststellen, das erreichbare Holz von den Eseln angenagt wird. Egal ob es sich um die Rinde eines Obstbaumes oder die Koppeleinzäunung handelt - vor den Eseln ist kein Holz sicher.

 

Viele Gehölze eignen sich nun hervorragend zur Nahrungsergänzung und gesunden Freizeitbeschäftigung der Esel. Vor allem wenn dein Esel gesund bleiben soll, nicht schwerer werden oder Übergewicht abbauen muss, ist Knabberholz eine wunderbare Alternative.

Doch aufgepasst:  nicht jedes Holz ist geeignet!

Und die Sache hat noch einen Haken: Rinde ist super Schmackhaft für die Esel, aber leider auch sehr reichhaltig und damit zum Gewichtsabbau nicht geeignet!

 

2002 untersuchte das Institut für Ökologischen Lanbau in Trenthorst in Schleswig Holstein Sträucher und Hecken auf deren Mineralstoff- und Spurenelementegehalt. Eine ähnliche Studie gab es schon in den 50er Jahren. Man fand heraus, dass Calcium, Kalium und Phosphor in den Baumrinden vergleichbar ist mit dem Gehalt in Gras und Heu. Die Spurenelemente in den Rinden sind jedoch deutlich höher. Rinden liefern darüber hinaus auch noch zahlreiche Pflanzeninhaltsstoffe.

 

Bäume und Sträucher mit Laub und Rinde sind daher als gut Futter geeignet und müssen in der Tagesration berücksichtigt werden.

 

Die Knabberholz Rationen sollten bei Berindeten und Belaubten Ästen und Zweigen nach unseren Erfahrungen der Jahreszeit und dem Bedarf der Esel angepasst werden.

So kann bei einem Esel mit einem gesunden Gewicht in den kalten Monaten gerade wenn Minusgrade herrschen, den Eseln durchaus mehr Knabberholz mit Rinde angeboten werden. Denn auch die Esel müssen im Winter mehr Energie aufbringen um die Körpertemperatur zu halten.


Knabberholz das bereits entrindet ist und vielleicht schon etwas morsch ist, kann hingegen auch übergewichtigen Eseln unbegrenzt zur Verfügung stehen um das Kaufbedürfniss zu befriedigen. Diese Stammholz beschäftigt die Esel ganz hervorragend und macht dabei nicht dick!

Zweige von Stäuchen,Büschen und Bäumen sorgen dafür, daß sich die Zähne der Esel artgemäß abnutzen können. Die Gerbsäuren der Bäume sorgen zudem für ein ausgeglicheneres Mikrobengleichgewicht im Darm und Blinddarm und Pektine in den Blättern sorgen zudem für ein besseres Wasserbindungsvermögen.
Esel die viel unterschiedliches Gehölz inkl. Blättern und Rinde fressen dürfen, haben seltener ein Problem mit Kotwasser.

 

Birke, Weide, Apfelbaum, Eiche, Buche - es gibt eine Vielzahl an Hölzern, aber nicht alle sind für deinen Esel auch gesund.
Hier findest du eine Auflistung welche Hölzer und Zweige sich zum Knabbern für Deinen Esel eignen:

Birke
Bikenrinde und auch leicht morsches Birkenholz wird besonders gerne von Eseln vernascht und ist als wertvolles Knabberholz anzusehen.
Die Blätter sind reich an Zink und Clacium und wirken desinfizierend. Birkenrinde wirkt keimhemmend und durch das enthaltene Betulin antibakteriell. Das schützt die Leber und hemmt ein eventuelles Tumorwachstum. Durch ihre etherischen Öle ist die Birke wohl so verlockend für Esel:-)

Brombeere
Ihre Blätter sind das ganze Jahr zu finden und trotz der kleinen Stacheln auf der Unterseite für Esel eine sehr gesunde Leckerei - vor allem im Winter. Die Brombeerblätter enthalten Gerbstoffe, Vitamin C, Zitronensäure und Flavon sowie einen hohen Mangan-, Kalzium und Kaliumgehalt.
Diese Super-Winterfutter wirkt auf die Schleimhöute, stärkt die Darmflora und hilft bei Durchfall. Dank iher antiviralen, keimhemmenden Wirkung sollen diese Blätter immer wieder zugefüttert werden. Doch auch die Früchte schmecken den Eseln und liefern dabei Vitamine und Vitalstoffe.

Buche / Hainbuche

Die Buche wirkt entzündungshemmend und hilft bei Durchfall. Rinde und auch Blätter liefern viel Eisen, Calcium und Selen.
Da die Bucheckern jedoch Blausäure enthalten haben die Früchte der Buche im Eselfutter nicht zu suchen.

Hainbuche ist besser verträglich als Rotbuche und sollte daher als Knabberholz immer bevorzugt werden.

Eiche
Rinde, Blätter und Früchte der Eiche enthalten KEINE Blausäure (auch wenn das immer noch gerne behauptet wird), sind aber sehr Gerbstoffreich.
Vor allem Ihre Rinde ist reich an Antioxidanzien, Eisen und Mangan.
Im Frühjahr können Ihre Blätter, im Herbst ihre Blätter und Rinde als Ausgleich zu eiweißreichem und fructanhaltigem Gras gefüttert werden. Diese Mischung hilft auch gegen Durchfall.
Eiche darf jedoch nur in kleinen Mengen als Knabberholz angeboten werden,
denn größere Mengen an Eichenrinde kann zu Verstopfungen führen.

Die Eicheln selbst sollten vor dem Füttern komplett entfernt werden, diese sind als Eselfutter nicht geeignet.
Bei Hautproblemen (Ekzeme und Geschwüre) kann ein Absud aus Eichenrinde linderung bringen.

Eberesche

Die Esche / Eberesche wird von den Eseln besonders gerne genascht.

Wann immer wir bei einer Wanderung an einer jungen Eberesche vorbei kommen können sich die Esel nicht zurückhalten:-)) Laub und Zweige werden gleichermaßen gefressen.

Das Laub hat einen hohen Magnesiumgehalt. Die Früchte sind reich an Vitamin C.
 

Erle

Die Erle (auch Schwarzerle genannte, da man mit Ihr früher Leder schwarz färbte) enthält sehr viele Gerbstoffe (Rinde), Magnesium, Zink und Eisen. Die Gerbstoffe sind hervorragend für die Schleimhaut in Maul, Magen und Darm und kann mit einem Rindenabsud für schlecht heildende Wunden und Exzeme genutzt werden.

Ihre Blätter enthalten viele, gesunde Antioxidanzien. Die Erle wirkt wie ein Blutverdünner und verbessert die Durchblutung und den Harnfluss. Mit ihren großartigen Inhaltsstoffen ist die Erle eine große Hife bei Vergiftungen.

Fichte / Tannengrün

Fichten und Tannenzweige / Holz ist gerade in der kalten Jahreszeit bei den Eseln besonders beliebt als Abwechslung zum kargen Winterfutter.

Dazu kommt das Fichten viele Ätherischen Öle und auch Vitamin C enthalten.
Die Fütterung von Weihnachtsbäumen darf nur erfolgen wenn die Bäume 100% frei von Verunreinigungen wie Wachs oder Baumschmuck sind.

Lediglich tragende Stuten sollten keine Fichten / Tannen fressen da das darin enthaltene Tannin zu einer Fehlgeburt führen kann.

Edeltannen mögen die Esel nicht.

Hasel / Haselnuss

Der Haselstrauch ist ein ganz tolles Futtergehölz: Rinde und Blätter sind sehr Reich an Calcium, Eisen und Mangan. Der Hasel reinigt das Blut, wirkt Blutungsstillend und erhöht den Blutdruck.

 

Gleich zum Frühlingsanfang ist dieser Strauch in der Blüte besonders leicht erkennbar durch die vielen "Lämmerschwänze" die an den Zweigen hängen. Im Sommer ist er eher unscheinbar und im Herbst finden sich dann die Haselnüsse an den Sträuchern.

Heckenrose / Wildrose
auch bekannt als Hagebutte, trumpft mit einem hohen Kaliumanteil in jungen Trieben und Laub.
Doch vorallem ihre Früchte, die Hagebutten, sind sehr wertvoll: sie enthalten viel Vitamin-C, Vitamin-K1 und Betakarotin. Sie haben entzündungshemmende Wirkstoffe die sich bei Gelenkproblemen und Arthrosen bewährt haben, unterstützen das Hufwachstum und steigern die Durchblutung in Bein und Huf!

 

Die Wildrose blüht mit weißen bis pastellfarbenen kleinen Blüten mit 5 Blütenblättern. An den Stängeln hat sie klar erkennbare Dornen wie eine normale Rose. Im Herbst und Winter trägt sie dann die Hagebutten welche eine ovale Form haben und durchschnittlich ca. 2cm lang sind.
Diese Früchte lassen sich hervorragend als Winterleckerchen einsammeln und trocknen.

Die Heckenrose / Wildrose wird jedoch auch gerne mit der unten gezeigten Apfelrose verwechselt, welche ebenfalls unter dem Namen Heckenrose bekannt ist. Dabei handelt es sich jedoch um eine Zuchtform die häufig in Städten und Parkanlagen anzutreffen ist. Sie ist sehr einfach von der echten Hecken- / Wildrose zu unterscheiden durch ihre sehr vielen kleinen, dünnen Dornen rund um dem Stängel (Der Stängel sieht aus als wäre er duch die Dornen gepanzert). Die Blüten sind deutlich größer als bei der Wildform und von weiß bis kräftig dunkel Rosa.
Die Früchte (KEINE Hagebutte) sind eher runde Bälle und taugen nicht als Eselfutter! Diese sind aus Kindertagen auf dem Lande auch als "Juckpulver" bekannt

Himbeere

Ähnlich wie bei der Brombeere wird auch sie sehr gerne genascht (Blätter und Stängel) nur verliert diese Pflanze ihre Blätter im Winter. Auch Sie hat einen hohen Anteil Mangan und Eisen und liefern Gerbstoffe, Vitamin-C, Zitronensäure und Flavone.

Pappel

Die Pappel (auch Zitterpappel und Schwarzpappel) ist eng Verwandt mit der Weide und ein sehr wertvoller Knabberholz-Lieferant für unsere Esel.

Sie enthalten viel Zink und Kalzium und vorallem ihre Knospen liefern viel Entzündungshemmende Stoffe.

Pappel können daher bei Reheschüben helfen und Linderung verschaffen.

Gerade für Reheesel empfehlen wir die Kombifütterung von Pappel und Erle.

Schlehe

Die Schlehe ist die ehemalige Wildform von Zwetschgen / Pflaumen und kann im gegensatz zu den Kultivierten Steinobstsorten als Knabberholz Eseln angeboten werden.
Sie liefert viel Kalzium und Eisen, wirkt fiebersenkend, magenstärkend und Blutreinigend.
Zum verfüttern sind auch hier Äste und Laub geeignet, Früchte sind zu vermeiden.

Ulme

Bei der Ulme können Blätter und Rinde gleichermaßen gefüttert werden. Sie ist reich an Gerbsäuren und wird sogar den Hausmitteln zugezählt.

Leider ist seit ein paar Jahren ein großes Ulmensterben in der Natur zu verzeichnen, weshalb von diesem Baum keine Äste und Zweige im Freien gesammelt werden dürfen.

Walnuss

Von Ihr werden die Blätter in kleinen Mengen gerne gefressen. Sie liefert Kalzium, Magnesium; Phosphor, Gerbstoffe, Flavonoide und ätherische Öle. Diese "Wunderpflanze" wirkt gegen Streptokokken, Strahylokokken und Herpesviren, ist antiviral und antibakteriell. Die Blätter des Walnussbaumes haben sich daher bei Durchfällen, Kotwasser und Darmparasiten bewährt!

Weide

Die Weide (alle Arten, und es gibt etwa 300!) kann im ganzen verfüttert werden und wird sehr gerne angenommen.

 

Die Weidenkätzchen, also die Knospen, sind ein guter Aminosäuren-Lieferant.

Die Weide liefert einen hohen Gehalt an Selen, Mangan und Zink.

 

Wenn ich unsere Esel fragen würde, dann ist die Weide das absolute Lieblingsgehölz und das das Ganze Jahr über!

Weißdorn

Der Weißdorn wirkt in allen Teilen (Blüte, Blätter, Rinde und Früchte) kreislaufregulierend und sorgt für einen gesunden Blutdruck. Er verbessert die Durchblutung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße.

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