Trekkingtouren und Wanderungen mit Eseln
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Zahnbehandlungen bei Eseln

"Mit dem Esel zum Zahnarzt???"

mit dieser Frage und einem Blick voller Unverständiss wird ein Eselhalter meißt konfrontiert wenn er über diese Thema spricht.

Und doch ist es nicht einfach eine Modeerscheinung oder eine tolle, neue Möglichkeit sein Geld los zu werden - nein -

es ist ein extrem wichtiger Punkt in der Artgerechten und vor allem Verantwortungsvollen Haltung eines Esels!

 

Die Evulutionsgeschichte des Esels kann auf 60 Mill. Jahre zurückblicken. In den max 6000 Jahren in denen er mit dem Menschen zusammen lebt hat sich der Kauapparat und die Zähne nicht auf das neue Leben umgestellt.

 

Wildlebende Esel fressen in den 16-18 Stunden in denen Sie mit der Futtersuche beschäftigt sind sehr hartes, karges Gras und viel Äste sowie Gehölz. Dieses karge Futter ist häufig mit Sand verschmutzt. Die härteren Fasern und die Verschmutzungen sorgen für einen natürlichen Abrieb der dem Nachschieben der Zähne im besten Fall entspricht.

 

Bei unseren Eseln ist dieser natürliche Zahnabrieb aufgrund unserer Haltungsbedingungen nicht mehr vorhanden. Esel in Europa weiden im Sommer auf tollen Wiesen, wir kaufen bestes Heu das Staubfrei sein muss, dazu Stroh ohne Verunreinigung und wenn unsere Esel im Wohlstandsleben dann an Ästen und Zweigen naschen bevorzugen Sie die Blätter und Rinde und nicht das harte Holz.
Die Futtermittel die uns heutzutage zur Verfügung stehn entsprechen nicht den Evolutionsgeschichte und damit den Zahnbedürfnissen der Esel, daher sind regelmäßige Zahnbehandlungen unumgänglich.

 

Esel müssen 1x im Jahr zum Zahnarzt

Das Gebiss der Esel verändert sich ein Eselleben lang, denn die Zähne schieben kontinuierlich nach (Durchschnittlich 2-3 mm pro Jahr), bis sie bei einem Esel in sehr hohem Alter "aufgebraucht" sind was in freier Wildbahn dann das Todesurteil ist.

Der Zahnwechsel bei Eseln geschieht langsamer als bei Pferden. So kommt es nicht selten vor dass die Milchzähne erst mit 6 komplett verschwunden sind und Esel im Alter von 10 Jahren unter Umständen immer noch kein gleichmäßiges Gebiss entwickelt haben.

Milchzähne und bleibende Zähne haben einen deutlichen Unterschied, solange der Esel also im Zahnwechsel ist kann man das Alter recht gut erkennen.
Mit etwa 2,5 Jahren geht der Zahnwechsel los, dann verlieren sich die mittleren Schneidezähne, mit 3,5 Jahren dann die beiden daneben, erst dann folgen nach und nach die weiteren Zähne.

Esel selektieren ihr Futter sehr genau. So kann man immer wieder beobachten wie der Esel die Dinge vor seine Nase mit der sehr beweglichen Oberlippe untersucht durch ein abtasten und hin und her bewegen. Durch die Oberlippe und die darüber sitzenden Nüstern kann er so auch ungenießbares oder giftiges Futter gut erkennen.

Wird das untersuchte als Fressbares Futter eingestuft, wird es zwischen den Zähnen wie in einem Mahlwerk in kleinste Teile von 1-4 mm zerquetscht.

Nur so kann das Futter vom Körper optimal aufgeschlossen werden.

Eine solche Futteraufbereitung ist nur möglich mit guten Zähnen.

Auf diesem Foto ist deutlich zu sehen dass der Esel die Zähne des Unterkiefers vorranig auf der Außenseite und die des Oberkiefers auf der Innenseite abnutzt.
Schafe Kanten und Wellen die wie kleine Dolche in Zunge und Zahnfleisch schneiden sind die Folge.

Diese Zähne müssen geraspelt werden damit eine gesunde Futteraufnahme wieder möglich ist.

 

Nicht regelmäßig überprüfte und bei Notwendigkeit abgeschliffene Zähne sind für viele Probleme verantwortlich:

- Unwohlsein bis hin zur Arbeitsverweigerung mit dem Menschen

- höheres Kolikrisiko durch schlecht gekautes Futter

- Gesundheitliche Schäden bis hin zu Herzproblemen

 

Vor allem bei Eseln die geritten und gefahren werden oder werden sollen, ist ein umfangreicher Gesundheitscheck auch in Bezug auf die Zähne VOR dem ersten Einsatzes eines Gebisses enorm wichtig! Im Eselmaul sitzen die Hakenzähne genau in dem Bereich, in dem das Gebiss liegt und dann schnell Schmerzen verursacht!

 

Unser Trekking-Esel-Team wird Zahnärztlich betreut durch das Team Tina Vortherms aus Göttingen und Frank Sauerbrey aus Bad Lauterberg.

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